Es ist Mitte Januar. Vor noch nicht ganz einem Jahr habe ich beschlossen mich „raus“ zu wagen mit meinen Gedanken und Gefühlen. Obwohl ich in der Schule und auch danach, lieber unsichtbar war, ist es mir immer mehr ein Anliegen für unsere Kinder – und auch für uns selbst – lauter zu werden und Eltern/ Familien darin zu unterstützen verbundene, konstruktive, echte, auf Augenhöhe stattfindende Beziehungen zu gestalten. Mit sich selbst und auch mit ihren Kindern. Aus diesem Gedanken heraus, entstand die Idee einen Blog zu schreiben, solange ich noch nicht in der „realen“ Welt tätig bin 😉

Ich habe mich nach einigem Hin-und Her für diesen Namen entschieden. Denn ich habe meine Entwicklung tatsächlich dann begonnen, als ich gemerkt habe, mit meinem Handeln und Gefühlen nicht im Einklang zu sein. Vor allem meinen Kindern gegenüber. Und das fand, als mein zwiegespaltenes Bauchgefühl seinen Ausdruck. Reaktionen und Handlungen fühlten sich nicht gut an in meiner Körpermitte und ich wollte herausfinden warum…

In der heutigen Zeit ist der Leistungsdruck und auch die Erwartungen an das „richtige Verhalten“ enorm hoch. Wir selbst sind meist Leistungs- und Verhaltensorientiert aufgewachsen und geben auch meist das selbst erfahrene an unsere Kinder weiter. So wie wir vieles gelernt/erfahren haben, empfinden wir es meist auch als „das richtige“: <<Kinder müssen möglichst früh gefördert werden – denn sie lernen dann am meisten/schnellsten. Auffälligkeiten entsprechen nicht der Norm und müssen untersucht werden. Erwachsene müssen dem Arbeitsleben zur Verfügung stehen und für die Rente vorsorgen. Wenn wir keine Tyrannen/Egoisten/Narzissten groß ziehen wollen, müssen wir hart durchgreifen – denn sonst wird nichts aus den Kindern…>>

Ich glaube nicht dass das Vorstellungen sind, die in unserer ursprünglichen Natur liegen.

Um Menschen an diese Vorstellungen anzupassen, ist es nötig sie dahingehend zu er-ziehen. Das die herkömmliche Erziehung mit vielen Methoden arbeitet, die schädlich für uns waren und für unsere Kinder sind, habe ich in diesem Artikel schon einmal geschrieben. Durch  Erziehungsmethoden haben wir gelernt uns anzupassen und uns nach den Vorstellungen und Erwartungen von anderen zu richten.

Wir haben allerdings dabei auch u. U. das Gefühl für unsere Bedürfnisse und Gefühle verloren. Die Stimme die uns mal signalisiert hat, dass diese Situation sich so, nicht gut anfühlt, oder wir eine andere Meinung/Haltung/Werte für uns vertreten, ist entweder gar nicht hörbar, oder wenn doch, trauen wir uns vielleicht nicht dieser auch zuzuhören und zu fragen „Warum“ das so ist. Wir haben Angst allein gelassen zu werden, als „Außenseiter“ abgestempelt zu werden, oder Konsequenzen zu spüren die uns verletzen und demütigen. Wir wollen mit anderen Menschen verbunden sein und dazu gehören. Das ist ein Grundbedürfnis für uns – deshalb passen wir uns an. Gerade als Kind sind wir von anderen abhängig. Wir wollen Nähe und Liebe erfahren und wenn ich sie nur bekomme, wenn ich das mache, was andere sagen… Unser Bauchgefühl wurde durch verschiedene Methoden zum schweigen gebracht.

Meiner Meinung nach macht die Art und Weise wie wir heutzutage leben, wie wir erzogen wurden und werden, uns krank. Vor allem im psychischen Bereich haben die Erkrankungen deutlich zugenommen:

„Psychische Erkrankungen sind die zweithäufigste Diagnosegruppe bei Krankschreibungen bzw. Arbeitsunfähigkteit. Trotz insgesamt rückläufiger Krankenstände wuchs der relative Anteil psychischer Erkrankungen am Arbeitsunfähigkeitsgeschehen in den vergangenen 39 Jahren von zwei auf 14,7 Prozent. Psychische Erkrankungen sind außerdem die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Frühberentungen. In den letzten 21 Jahren stieg der Anteil von Personen, die aufgrund seelischer Leiden frühzeitig in Rente gingen, von 15,4 auf 43,1 Prozent. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei 48,1 Jahren. (Quellen: BKK Gesundheitsreport 2015; Deutsche
Rentenversicherung Bund: Rentenversicherung in Zeitreihen 2015)

Das sieht man in Statistiken (www.psyga.info) und auch im Umfeld höre ich vermehrt von „dieser Auffälligkeit“ oder von „der Schwäche“.

„Nein“ sagen, einen starken Willen entwickeln, Selbstbewusstsein, Achtsamkeit, Kreativität uvm. kann, meines Erachtens nach, dann entwickelt werden, wenn Kinder von Menschen begleitet werden, die die Gefühle und Bedürfnisse derer ernst nehmen. Sie bestärken und wertschätzend begleiten.

Ich bin, durch meine bisherigen Erkenntnisse zu der Einsicht und Theorie gekommen, dass durch Aneignung von Wissen, Verstehen & Selbsterkenntnis ein guter Schritt in Richtung eigenem Gefühl gegangen werden kann. Natürlich sollte als Grundvoraussetzung die eigene Motivation im Vordergrund stehen. Nur wenn ich mich selbst nicht wohl fühle, kann ich Schritte unternehmen um dem „Warum“ auf die Spur zu kommen und für mich mein Gefühl und meine Handlungen in Einklang zu bringen.

Für mich hat es damals wie heute nicht gepasst, meine Kinder so tief zu lieben und sie gleichzeitig durch Erziehungsmaßnahmen zu verletzen.

Es kann gut möglich sein, dass Du den Begriff „Bauchgefühl oder Intuition“ anders definierst. Und es gibt, wie bei vielen Themen hierzu unterschiedliche Ansichten.

Nicht jedes Gefühl das als erstes in mir aufsteigt muss das richtige sein. Vieles, was sich als mein Bauchgefühl zeigt, entsteht auch aus meinen gelernten Erfahrungen in der Vergangenheit. Wie zum Beispiel die Angst vor Menschen zu reden, weil ich in der Schule demütigende Erfahrungen gemacht habe. Oder auch der Impuls die Kinder maßregeln zu müssen, aus der Vorstellung heraus das Kinder sonst nichts „werden“. Aber ich kann mich hinterfragen und herausfinden ob ich diesem zustimme oder eben nicht. Ich kann wieder anfangen auf meine Gefühle zu hören und sie mit meinem Wissen, Vorstellungen und Werten abzugleichen und hieraus meinen ganz eigenen Weg, für mich und meine Familie zu finden.

Das ist für mich „Mein Bauchgefühl“ und das möchte ich mit „DeinBauchgefühl“ in die Welt tragen.

Vielleicht hast du Lust mir deine Ansichten mitzuteilen? Ich freue mich auf deinen Kommentar, gleich hier unter dem Artikel 🙂 ♥

Deine Maria

Was ist „DeinBauchgefühl“?

Ein Gedanke zu „Was ist „DeinBauchgefühl“?

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