Ich hatte ein schlechtes Gewissen…seit Wochen kein neuer Beitrag hier. So richtig gut fühlte sich das nicht an, wenn ich ehrlich bin. Aber warum? Ich habe mich ja schließlich bewusst dazu entschieden die Blog-Schreiberei eine Weile zu pausieren, um meine Hausarbeit und somit auch meine Prüfungsvorbereitung an erste Prioritätenstelle setzen zu können. Und das war auch gut so. Ich hätte mich neben dem Familienleben, der Organisation von vielen anderen Dingen, der Vorbereitung zur Prüfung, nicht auch noch aufs Bloggen fokussieren können. Mir ist es wichtig dich mit guten Informationen versorgen zu können und nicht selten sitze ich Stunden vor Büchern oder dem Internet um nochmal was nachzulesen, was zu suchen, Bilder zu finden, passende Zitate auszuwählen etc. So einen Beitrag zu schreiben läuft für mich nicht nebenher – auch wenn ich mit viel Spaß dabei bin!

Naja und jetzt habe ich die Hausarbeit fertig, die Prüfung abgeschlossen (das Ergebnis habe ich noch nicht  😉 ) und könnte ja jetzt wieder…wenn….wenn da nicht der bevorstehende Urlaub mit meinen liebsten wäre. Und ich habe wirklich überlegt ob ich nicht doch im Urlaub….wäre ja Zeit und ne schöne Stimmung vielleicht auch…mal so´n bisschen ausklingen und einfach schreiben, oder auf FB was posten geht doch immer?

Es würde bestimmt gehen. Aber ich habe in mich reingefühlt und festgestellt das ich diese Auszeit für mich nutzen will und auch brauche um mich auf die kommenden Wochen vorzubereiten. Es liegt noch viel Arbeit vor mir, damit ich meinen ersten Kurs geben kann…Räume organisieren, Werbung schalten, Flyer gestalten… Im September beginnt auch die nächste Lernphase für die nächste Weiterentwicklung und dann bin ICH auch noch da. Und Ehefrau. Und Mutter. Ich freue mich total auf die vielen Aufgaben und Herausforderungen, aber ich weiß das ich erstmal durchatmen muss um einen langen Atem für all das zu haben. Die kommenden zwei Wochen will ich für mich da sein. Und für meinen Mann. Und für meine Kinder. Ich will Familienzeit aus vollem Herzen genießen ohne „Alltag“, ohne lernen, ohne schreiben zu „müssen“.

Ich will nicht müssen, sondern dürfen und wollen.

Vor ein paar Monaten wäre es wahrscheinlich noch so gewesen, dass ich mich nach dem „Außen“ gerichtet hätte.

„Du willst selbstständig sein, da kann man sich jetzt keine Pause erlauben!“

„Man muss doch für seine Leser neue Beiträge veröffentlichen, sonst sind sie vielleicht schnell gelangweilt und wenden sich ab.“

„Du stehst gerade erst am Anfang, da muss man halt richtig „ranklotzen“…“

Solche Glaubenssätze haben sich bei mir gemeldet. Und ich hab einfach mal zugehört und reingefühlt was die da so in mir machen. Fühlen sie sich gut an? Stimmen sie mit meiner Vorstellung überein unabhängig zu arbeiten, mit Spaß und Freude bei der Sache zu sein? Lassen sie mir Platz und Raum für mich und meine Bedürfnisse, Wünsche? Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass diese Sätze nicht für mich bestimmt sind – das sie mir sagen was MAN so denkt oder macht… Ich fühlte mich gestresst und unter Druck gesetzt. Und dann habe ich mich an folgendes erinnert: Ich bin ja zum Glück nicht MAN, sonder ICH. Und ich habe mich für meine Gedanken und Gefühle entschieden 😉 Das fühlt sich gut an – weil ich es bin die es so entschieden hat. Und ich entscheide mich für Entspannung, Ruhe und Zeit für mich und meine Familie.

Ich glaube es ist sehr wichtig zu wissen, wann man sich Pausen nehmen muss und das man sie sich nehmen darf. Unsere Akkus sind nicht wie beim Duracell-Häschen endlos und je nachdem wie viel Anstrengung so ein Tag beinhaltet, sind die Akku´s eben auch mal schneller leer. Meisten merken wir das ja auch erst, wenn sie leer sind und uns so ziemlich alles nur noch mehr anstrengt und die Nerven einfach blank liegen…

Auf sich selbst acht zu geben ist manchmal sogar noch schwieriger, als auf andere. Zumindest empfinde ich das als Mutter so. Die Kinder (und auch meinen Mann hin und wieder 😉 ) erinnere ich an´s trinken, an den Obstteller, daran sich auch mal ne Pause gönnen – nach der Schule z.B.

Fürsorge für Menschen die wir lieben ist meist selbstverständlich. Selbstfürsorge, weil wir uns selbst lieben ist oft noch ausbaufähig. Dabei sind wir unseren Kindern, wenn wir es tun, ein gutes Vorbild. Wir zeigen ihnen das es gut und wichtig ist, sich um sich selbst zu kümmern. Das „Egoismus“ nicht unbedingt negativ ausgelegt werden muss. Das man „JA“ zu sich sagen darf, weil man auch Verantwortung für sich trägt. Und in einer Gesellschaft in der immer noch der Slogan „Höher, Schneller, Weiter“ gilt, finde ich es sehr viel wesentlicher sein eigenes Tempo finden zu können und das jemand da ist der sagt „Du darfst dich um dich kümmern und du darfst dich nach deinem Tempo entwickeln“.

Also lasst uns doch immer wieder eine Pause machen. Beim Kaffee trinken oder Tee genießen, Yoga machen oder joggen gehen, ein gutes Buch lesen oder in einer Zeitschrift blättern, beim quatschen und plaudern mit lieben Menschen, oder einfach mal still zu werden. Hinsetzen, Augen schließen und atmen. Was hörst du? Was fühlst du?

Wenn wir uns gut um uns selbst kümmern, können wir uns auch gut um andere kümmern. Mit viel Energie, Freude und Liebe. Und daraus können wir wieder Kraft ziehen für die nächste Aufgabe die vor uns liegt.

Jetzt hab erstmal eine schöne Zeit. Sei achtsam und liebevoll mit dir ♥ Ich melde mich bald wieder!

Alles Liebe,

deine Maria

 

Mut zur Pause – Über Auszeiten und Selbstfürsorge

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