Jana vom Blog fraubirnbaum.com hat zu einer Blogparade über den WunschFamilienAlltag aufgerufen. Erst dachte ich, naja was soll ich darüber schon schreiben…aber dann dachte ich: Warum nicht? Seit der ersten Schwangerschaft hat sich einiges verändert und gedreht und wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung und unserem Wunschalltag angelangt. Warum denn also nicht darüber schreiben… Hier kommt nun also mein Beitrag über unseren Alltag, Wunschvorstellungen, Veränderungen und Entwicklungsprozessen.

Mein Alltag früher war wie bei sovielen anderen auch. Kita, Schule, FSJ, Ausbildung. Alles recht gut geplant und getaktet. Seit 2005 bin ich gelernte Gesundheits-und Kinderkrankenschwester und habe in einer großen Klinik in 3-Schicht 100% gearbeitet. Aber bereits in der Schwangerschaft unseres großen 2008/2009 war für mich irgendwie klar, dass ich nicht in meinen alten Beruf – mit Schichtdienst/ Wochenend- und Feiertagsarbeit (obwohl ich viel Spaß an meiner Arbeit hatte!) zurückkehre. Organisatorisch wäre es eine große Herausforderung geworden unsere Schichten und die Betreuung unseres Sohnes zu stemmen. Ich habe dann zwischendurch auf Minijob-Basis in einem ambulanten Pflegedienst gearbeitet, bis zur zweiten (nein, eigentlich dritten) Schwangerschaft. Aber auch das war nicht das, was ich wollte. Wenn mein Mann am Wochenende zuhause war, bin ich arbeiten gegangen… Somit musste eine andere Lösung her. Ich will ja arbeiten. Aber eben nicht auf kosten meines Lebens und das meiner Familie. Ich will Zeit haben für meine Kinder und meinen Mann und für mich.

Der Prozess der „Selbstfindung und Selbstverwirklichung“ hat einige Zeit gedauert, dauert immer noch an! Und erst im letzten Jahr wurde mir nach und nach klar, dass ich mein eigener Boss sein möchte. Das ich nicht im herkömmlichen Sinne „arbeiten“ will, sondern etwas tun möchte, dass mich erfüllt und ich andere Menschen (vor allem Eltern) begleiten will. Online und Offline. Gleichzeitig möchte ich auch ansprechbar für meine Familie sein. Ich habe dann 2015 ein Fernstudium zur Erziehungsberatung begonnen, dadurch bin ich dann auf die Bindungs- und Beziehungsorientierte Elternschaft gestoßen (intuitiv haben wir zwar schon manche Dinge anders gemacht, aber es gab für uns keinen Begriff dazu). Letztes Jahr, durch den Onlinekongress von Lena und Mike Busch Von der Bindung zur Bildung, wurde ich auf alternative Konzepte im Bereich des Lernens und Arbeitens aufmerksam gemacht. Seitdem  geht die begonnene Entwicklung stetig weiter – weitere Kongresse, ein Kurs in der Blogging University, die Online-Ausbildung bei Katharina Saalfrank zur KinderBesserVerstehen-Kursleiterin

Der Traum meines persönlichen Wunsches, Leben-Familie-Arbeit unter einen Hut zu bekommen rückt immer näher.

Übrigens findet bald wieder ein Kongress von Lena&Mike satt, in dem es um selbstbestimmtes Leben, Lernen, Arbeiten geht. Hier kannst du dich informieren und kostenlos anmelden. Ich bin mir sicher, dass wieder viele wertvolle Informationen dabei sein werden und ich freue mich schon darauf! 🙂

Wir leben in einem 1900 großen Seelendorf. Man sieht sich, kennt sich und grüßt sich. Unsere Jungs sind beide vormittags in den örtlichen Kindergarten gegangen, also der jüngste natürlich immer noch, aber immer nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Es hat mir selten ernsthaft etwas ausgemacht unsere Kinder größenteils zuhause zu betreuen – im Gegenteil. Meine Berufung ist wohl auch einfach „Mama“ zu sein 🙂 Und der kleine ist sogar regelmäßig zuhause und macht (mindestens) einmal in der Woche „Urlaub vom Kindi“ Er ist sehr sensibel und es wird ihm mit ca. 70 anderen Kindern auch einfach mal zuviel. Das war auch für mich bzw. uns, ein Prozess indem wir erstmal unsere alten Denkmuster auflösen mussten. So von wegen: Man muss doch regelmäßig in den Kindi gehen, sonst verliert man ja den Anschluss…oder was auch immer…

Mit der Schule sieht es da natürlich schon anders aus und wenn ihr mich hören könntet, würdet ihr einen tiiieeeefen Seufzer vernehmen. Unsere Schule hier ist an und für sich schön…und ich weiß das hier viel dafür getan wird das es unseren Kindern gut geht und das schätze ich sehr! Aber dieses Schulsystem…es gehört für uns zum Alltag, für alle. Es macht mich traurig und wütend, wenn mein Sohn manchmal morgens, noch müde und im Halbschalf, auf der Couch sitzt und keine Lust auf Schule hat, weil es Personen an der Schule gibt, die ihm das versauen. Er ist ein sehr guter Schüler, war von Anfang an mit Spaß und Freude an der Schule dabei, er hat tolle Klassenkameraden und eine tolle Lehrerin. Leider ergaben es die Umstände dann,  dass seine Klasse verschiedene Vertretungslehrer hatten/haben. Und darunter ist eine Lehrperson, die noch für Zucht und Ordnung in der Schule plädiert. Natürlich im dementsprechend Umgangston und Verhalten mit den Kindern… Zu sehen das er unter der Situation (mal mehr, mal weniger) leidet ist für uns Eltern schwer. Momentan können wir noch nicht mehr tun, als ihn da durch zu begleiten. Ihm den Rücken zu stärken. Auch hier findet gerade ein (innerer) Prozess statt und ich frage mich immer öfter, wie es wäre vielleicht ganz ohne Schule zu leben – wenn auch nur für eine begrenzte Zeit. Vielleicht zu reisen und die Welt als Lernumgebung zu nutzen? Vielleicht eine Schule zu finden/zu gründen die den Bedürfnissen und Entfaltungspotenzialen unserer Kinder gerechter wird?… Sätze wie: „Das war schon immer so; Uns hat es ja auch nicht geschadet; Da muss man eben durch; Man braucht ein dickes Fell heutzutage; Was Hänschen nicht lernt – das lernt Hans nimmer mehr“… kann ich nicht mehr hören! Versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Schule. Aber das System das unsere Kinder unterrichtet ist nunmehr über 100 Jahre alt und sollte damals auch dafür sorgen, dass gehorsame, möglichst gleich denkende und wirtschaftlich produktive Menschen heranwachsen. Ich stelle mir die Frage, ob das für unsere heutige Zeit und die kommende wirklich das richtige ist… Ob die nächste Generation, unsere Kinder, nicht mit alternativen Lernumgebungen sehr viel besser auf die Zukunft vorbereitet werden könnten.

Meine Wunschvorstellung wäre ein Ort der Begegnung für unsere Kinder. In festgelegtem Zeitrahmen, aber mit individuellen Möglichkeiten sich zu bilden. Das sie in einer Gemeinschaft lernen können. Das sie das lernen können, was sie interessiert. Und das sie Menschen haben die sie dabei begleiten, auf einer wertschätzenden Ebene. Beziehungsorientierung muss doch nicht an der Haustür aufhören. Und die Sache mit den Noten, sollte vielleicht auch mal überdacht werden. Ich glaube, dass nicht nur unsere Kinder wieder Spaß am lernen hätten, sondern das auch die Lehrer wieder mehr Lust und Spaß in ihren Berufen finden würden, wenn sie nicht nach starren Bildungsplänen unterrichten müssten. Der ein oder andere mag das als „Naiv“ bezeichnen. Aber es gibt Orte an denen das so funktioniert. Schulen die neu gegründet werden, oder umorganisiert wurden und genau das vermitteln wollen – Freiheit in der Bildung.

Und mein Mann? Bis vor kurzem arbeitete er im 3-Schicht Betrieb und war auch regelmäßig im Ausland übers Wochenende unterwegs. Wenn er zuhause war, hat er mich im Haushalt unterstützt und wir haben die Zeit für uns als Familie, oder für Erledigungen genutzt – also eigentlich ein großer Luxus für uns alle. Ich hatte Zeit zum lernen und arbeiten, die Kinder bekamen ihren Papa öfter zu Gesicht als so manche ihrer Freunde, wenn die Väter den ganzen Tag (9 to 5) arbeiten müssen. Und doch war es sehr belastend für die Kinder, wenn er abends nicht da sein konnte um sie ins Bett zu bringen. Oder am Wochenende nicht zum Fußballturnier mit konnte, weil er im Ausland war. Jetzt ist er momentan zuhause und es fühlt sich richtig gut an. So als Familie den Alltag zu stemmen. Gemeinsam zu organisieren, zu leben. Miteinander und Füreinander da zu sein. Das wird nicht dauerhaft so möglich sein, allein schon aus finanziellen Gründen. Aber auch hier haben wir unseren Wunsch (langfristig betrachtet), dass er irgendwann seine Arbeitsstunden reduzieren kann.

Im großen und ganzen wünsche ich mir einfach mehr Freiheit unser Leben und unseren Alltag so gestalten zu dürfen, wie wir es wollen. So wie es uns gut tut. Das vorgeschriebene Raster zu verlassen und jederzeit das verändern zu können, wo es gerade notwendig ist oder sinnvoll erscheint. Und darauf arbeiten wir gerade hin. Irgendwie total gut…aber auch irgendwie strange. Ich weiß, es gibt bestimmt Menschen die sagen: Das kann man doch so nicht machen…Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder das macht was er will? Das Leben ist schließlich kein Ponyhof! Und ich sage:

„Dein Leben ist ein Ponyhof. Lerne einfach endlich reiten“ (Stefan Hiene)

 

Ich hoffe du hattest viel Spaß beim lesen meiner Wunschvorstellung unseres Familienalltags. Wie sieht es bei dir aus? Ist euer Alltag so wie ihr es euch wünscht, oder würdet ihr gerne was verändern?

Schreibt mir gerne!

Alles Liebe,

deine Maria

Blogparade – mein #WunschFamilienAlltag – Aufbruch, Umbruch, Querdenken

2 Gedanken zu „Blogparade – mein #WunschFamilienAlltag – Aufbruch, Umbruch, Querdenken

  • 24. Mai 2017 um 22:50
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    Liebe Maria, deine Worte kann ich so nur unterschreiben. Das System Schule muss dringend überholt werden. Nicht nur für die Kinder, auch für die Eltern die automatisch Druck ausüben(müssen) damit das Kind auch gut durchkommt. Ich wünsche euch, dass ihr eure Ziele erreicht und doch etwas freier Leben könnt! Lg Melanie

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    • 26. Mai 2017 um 21:31
      Permalink

      Dankeschön liebe Melanie! Da kommt wahrscheinlich noch ganz schön was auf uns alle zu…Es bleibt spannend und bewegend. Glg von Maria

      Antworten

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