Durch meine letzten Beiträge über Konfliktsituationen und meine Entwicklung habe ich mich natürlicherweise auch generell wieder vermehrt innerlich mit dem Thema auseinandergesetzt. Wenn auch oft unbewusst – einiges scheint wohl „nachzuarbeiten“. Ein Gedanke war dabei das Thema Grenzen. Denn durch Grenzüberschreitungen entstehen doch oft auch Konflikte im Familienalltag.

Wie setze ich meine? Wo sind meine überhaupt? Kann ich sie klar formulieren? Wie gehe ich mit Grenzen von anderen Menschen um? Waren Fragen die in meinem Kopf umherschwirrten.

Komischerweise kam es in dieser Zeit zwischen den Kindern vermehrt zu „Grenzüberschreitungen“ Das bedeutet, dass der eine das „Nein“ vom anderen nur schwer akzeptieren konnte. Und ich habe mich dann natürlich gefragt, woher kommt das? Wieso schwanken die Zeiten der Akzeptanz bei den Kindern?

Es wär vielleicht jetzt easy zu sagen: „Ganz klar, der Große muss lernen Grenzen zu akzeptieren“ oder „Es wird Zeit das der Kleine lernt Grenzen einzuhalten“ und dann bringe ich das meinen Kindern so bei… und das kann nur funktionieren wenn man da ganz deutlich wird. Möglichst laut, wenn es nicht gleich funktioniert, vielleicht auch mit Androhung von Strafen oder Konsequenzen… Geht doch so, oder?

Nein, so geht es nicht. Also natürlich geht es doch – kann man so machen. Aber es gibt auch einen anderen Weg Kindern unterschiedliche Grenzen aufzuzeigen. Und ich habe mich für diesen anderen Weg entschieden. Weil er gleichwertig, achtsam und liebevoll ist. Weil ich mich nicht über meine Kinder stellen will und ich herausgefunden habe, dass sie es so ganz von alleine lernen. Dabei gibt es bei uns Menschen unterschiedliche Grenzen die es wahrzunehmen gilt:

  • Das Grenzorgan des Körpers ist die Haut. Die Grenze des persönlichen Energiefeldes markiert die ausgestreckte Hand. Die Grenze eines menschlichen Wesens definiert sich über sein Empfinden von Würde. (Quelle: wimmer-partner.at)

Jeder Mensch hat seine ganz eigene persönliche Grenze. Ich kann keinem außenstehenden meine Grenze aufzwingen bzw. davon ausgehen das er das genauso empfindet. Zumindest würden wir das (normalerweise) zwischen Erwachsenen nicht versuchen. Wenn ein Erwachsener sagt „Ich bin satt“ akzeptieren wir es. Oder „Fass mich im Moment nicht an, ich brauche Zeit“ akzeptieren wir es auch (auch wenn es oftmals schwer fällt). Bei Kindern sieht es noch oft anders aus. Irgendwie haben wir das Gefühl, oder das Bestreben unseren Kindern unsere Grenzen zu verdeutlichen und zu ihren Grenzen zu machen. Weil wir denken, dass sie das erst lernen müssten. Aber haben Kinder nicht schon von Geburt an ihre ganz eigenen individuellen persönlichen und körperlichen Grenzen? Sind sie nicht genauso berechtigt ihre eigenen Grenzen zu verdeutlichen, zu formulieren und vor allem damit auch akzeptiert zu werden?

Es scheint mir manchmal fast so, dass die Angst besteht das unsere Kinder sonst nicht lernen Grenzen einzuhalten. Und das sie uns dann auf der „Nase herumtanzen“ Eine völlig grenzenlose Gesellschaft besteht und jeder dem anderen auf die Füße tritt… Im Ernst? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Kinder meine Grenzen und die von anderen Menschen dann am besten akzeptieren können, wenn sie selbst ihre Grenzen vertreten dürfen. Und wenn ich, als Verantwortlicher für ihre Begleitung ins Leben, ihre Grenzen nicht mit Füßen trete, werden auch sie meine Grenzen nicht mit Füßen treten. Und wenn ich ihre Grenzen nicht achte (was leider im Alltag auch passiert), wirkt sich das wiederum auf andere Menschen in ihrem Umfeld aus.

Anm.: Somit wäre dann auch klar, warum es diese Grenz-Akzeptanz-Schwankungen zwischen unseren Jungs gibt…

Natürlich kommt es auch darauf an wie ich das alles anstelle, wie oben bereits erwähnt. Und ich habe für mich und für uns festgestellt: Ein „Nein“ muss nicht mit Machtkämpfen oder Gewalt-voll  ausgehandelt werden. Ein „Nein“ wird dann am besten akzeptiert, wenn auch ich ein „Nein“ akzeptieren kann. Denn in den meisten Fällen bedeutet das „Nein“ zu anderen ein „Ja“ zu mir selbst.

Konrad-Paul Liessmann meint:

Gute Grenzen erleichtern das Leben. Sie fördern Distanz und Respekt und lassen dennoch Nähe zu. Auch zwischen guten Nachbarn verläuft eine Grenze.
Eine Grenze wird dann zu einer schlechten, wenn sie die freie Entfaltungsmöglichkeit stärker behindert, als es notwendig und sinnvoll ist. Ich würde es auf die Formel bringen: so viel Freiheit wie möglich und so viele Grenzen wie nötig. Und nicht umgekehrt.

Gute Grenzen bedeutet in diesem Zusammenhang für mich: „Wie vermittel ich Grenzen und wie halte ich andere Grenzen ein“, aber auch „Warum ist hier eine Grenze für mich“

Das möchte ich aber für einen anderen Artikel aufsparen 😉 Vielleicht habt ihr auch noch spezielle Fragen oder Anregungen für mich? Schreib mir doch einfach hier, oder hier, oder hinterlasse mir unter dem Artikel einen Kommentar ♥

Alles Liebe,

deine Maria

„Bis hierhin und nicht weiter!“ Warum „Nein“ sagen wichtig ist – 1

2 Gedanken zu „„Bis hierhin und nicht weiter!“ Warum „Nein“ sagen wichtig ist – 1

  • 20. Juni 2017 um 15:42
    Permalink

    Hallo Maria,
    wow, du hast genau mein Thema getroffen. Genau das ist nämlich im Umgang mit dem Großen ein großes Thema. Ich mag deine Artikel sehr und hoffe, in Zukunft noch viele davon lesen zu können. Ich freue mich übrigens, dass du auch mein Blog gefunden hast :-).
    Viele liebe Grüße
    Denise

    Antworten
    • 21. Juni 2017 um 22:43
      Permalink

      Hallo Denise! Ich freue mich sehr über deinen Kommentar ❤ Danke! Ja…Ich komme auch immer wieder mit diesem Thema in Berührung…Wie so Rückfälle. Aber mit jedem mal lernen wir uns besser kennen. Es ist eben immer alles in Bewegung und entwickelt sich weiter… Sei lieb gegrüßt von mir

      Antworten

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