In meinem ersten Beitrag ging es um den Hintergrund der Achtsamkeit und ich möchte dich heute gerne mitnehmen und zeigen wie diese Achtsamkeitspraxis/-meditation überhaupt geht und was sie denn nun eigentlich genau genommen ist….

Ich habe bereits geschrieben, dass ich mich am Anfang selbst ganz schön unter Druck gesetzt habe. Das begann eigentlich schon damit als ich vor ca. 4 Jahren mit Yoga begonnen habe. Ich habe den Sinn hinter der Achtsamkeit/der Meditation (die auch im Yoga fest verankert ist) nicht ganz verstanden. Ich habe nicht verstanden, dass es nicht wichtig ist wann ich zum Beispiel Yoga mache, wann ich meditiere oder wie lange. Ich habe erst nach und nach begriffen, dass die Achtsamkeit eine Haltung ist, die ich jeden Tag und jeden Moment einnehmen kann. Egal ob ich Kaffee trinke, mit meinen Kindern zusammen bin, ein Buch lese, mich mit meinem Mann unterhalte… Und auch hier waren und sind meine Kinder Lehrmeister für mich. Beobachtet ihr sie nicht manchmal auch, wenn sie spielen, träumen, vor sich hin erzählen? Sie sind völlig bei sich – leben jetzt in diesem Moment. Das vorher und nachher spielt keine Rolle, Zeit ist relativ. Und sie nehmen sich bewusst Zeit für diese Dinge!

Um weiter an meinen Erkenntnissen zu arbeiten, habe ich zum Beispiel auch an der 21 Tage Meditationschallenge von Andrej Ulrich mitgemacht – jeder der sich dafür interessiert, kann gerne mal vorbeischauen. Mir hat es viel Spaß gemacht und mich ein ganzes Stück weiter gebracht. Und auch die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema war und ist ein  wichtiger Bestandteil.

Ein wirklich amüsantes, aber auch hilfreiches Video begegnete mir dann auf Facebook… Hier erklärt ein Mönch die Meditation:

Soviel erstmal „allgemein“ zur Meditation.

Bei der Technik der Achtsamkeitsmeditation lenkt man nun die Aufmerksamkeit auf die Atmung, die körperlichen Empfindungen/Gefühle und die mentale Entspannung. Hierbei ist es wichtig einfach mal zu spüren. Du musst rein gar nichts verändern, beurteilen oder anders machen. Das kann sich gerade am Anfang komisch anfühlen, sogar schwierig sein. Schließlich sind wir mittlerweile Meister im Verdrängen und haben für jedes Problem ein Mittelchen an die Hand bekommen…wundern uns aber oft warum gesundheitliche Probleme nicht verschwinden, Schmerzen wiederkommen – sich verstärken und und und…das alles hängt auch mit unseren Gedankenmustern zusammen und kann durch die Achtsamkeitspraxis positiv beeinflusst werden.

Ich möchte aber darauf aufmerksam machen, dass Personen mit psychischen Erkrankungen (Depressionen, Panikattacken, Ängsten u.a.) diese Achtsamkeitsmeditation nicht alleine durchführen sollten. Negative Emotionen können noch stärker hervortreten und es ist daher wichtig einen geschützten, behüteten Raum/Rahmen zu haben, in dem man auch professionell begleitet werden kann!

Kleine Alltags-Übungen um Achtsamkeit zu praktizieren:

  • Es reicht wenn du dir am Anfang jeden Tag 5 Minuten Zeit nimmst. Du solltest sie dir, gerade am Anfang, ganz bewusst fest einplanen um eine Regelmäßigkeit in diese Übung zu bekommen. Setze dich bequem hin (auf einen Stuhl oder auf einem Meditationskissen), schließe die Augen und beobachte einfach deinen Atem… Wie strömt er ein? Spürst du die kühle Luft einströmen und wie sie deine Lungen füllt? Spürst du wie sich dein Brustkorb und deine Bauchdecke hebt? Merkst du die kleine Pause, bevor du wieder ausatmest? Konzentriere dich ganz bewusst auf deinen Atem. Wenn die Gedanken abschweifen ist das nicht schlimm…nimm es wahr und komme einfach wieder zu deinem Atem zurück.
  • Du kannst morgens, nachdem der Wecker geklingelt hat und du noch im Bett liegst,  3-4 tiefe Atemzüge nehmen und deinen Tag somit ganz bewusst und achtsam beginnen.
  • Oder wie wäre es, wenn du mal eine Gehmeditation machst, bei deinem nächsten Weg zur Küche, zum Auto, im Büro? Atmen und gehen. Zwei Dinge die wir tagtäglich tun, immer nebenher. Nutzen wir doch die kostbare Zeit und gehen einmal achtsam Schritt für Schritt. Und dabei atmen und lächeln.

Je öfter diese Übungen praktiziert werden, desto leichter wird es dir fallen ablenkende Gedanken/Geräusche auszublenden und dich wirklich auf den Moment zu fokussieren. Und mit regelmäßiger Übung, das kann ich dir aus meiner Erfahrung heraus bestätigen, wirst du diese Achtsamkeit automatisch in den Alltag mit einfließen lassen. Ich stehe oft in der Küche oder sitze am Laptop – halte inne und durchwandere meinen Körper um Verspannungen aufzuspüren und mit dem Atem aufzulösen. Und auch in stressigen Situationen hat es mir immer wieder geholfen, bei mir zu bleiben und meinen Fokus, trotz aller emotionalen Reaktionen, nicht zu verlieren.

Mein Verständnis von Achtsamkeit leben heißt, im Hier und Jetzt zu leben. Bewusstes wahrnehmen was jetzt ist, es annehmen, es genießen, es loslassen zu können.

„Es ist was es ist, sagt die Liebe“

Das ist die Grundeinstellung der Achtsamkeitspraxis.  Liebe und Achtsamkeit sind das beste Mittel für tiefe und bedingungslose Freude und Zufriedenheit. Das bedeutet nicht, dass ich Gleichgültigkeit praktiziere – das ist mir wichtig zu betonen. Für mich ist immer wichtig was in mir oder außerhalb meiner Person passiert. Ich muss nur nicht allem einen Stempel aufdrücken mit „kompliziert“ „schwierig“ „gut oder schlecht“ Dadurch mache ich mir unter Umständen das Leben schwerer als es ein müsste und es löst vor allem keines der Schwierigkeiten die vielleicht gerade auftreten… Und gerade das ist die große Kunst der Achtsamkeitspraxis – in schwierigen Augenblicken loslassen zu können. Es anzunehmen wie es ist. Sich nicht weiter zu beschweren. Sondern einen Weg zu gehen der das beste aus dieser Situation macht.

Genau genommen wirst du deinen ganzen Tag in einer Meditation verbringen – wenn du nichts anderes tust als bei dir, im Jetzt zu sein 🙂

Ich hoffe ich konnte dir meine Sicht der Dinge vermitteln und dir vielleicht auch die ein oder andere Inspiration für deinen Alltag mitgeben? Vielleicht praktizierst du auch Achtsamkeit in deinem Alltag? Wenn du möchtest schreib mir gerne einen Kommentar oder eine Nachricht wie es dir mit dem Beitrag geht. In meinem nächsten Artikel geht es dann um die Achtsamkeit im Alltag mit und für Kinder…

Alles Liebe,

deine Maria

 

Achtsam mit mir und dir? Teil 2 – Meditation und die Achtsamkeitspraxis

2 Gedanken zu „Achtsam mit mir und dir? Teil 2 – Meditation und die Achtsamkeitspraxis

  • 11. April 2017 um 12:00
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    bewusst atmen und in sich hinein fühlen…eigentlich einfach und es tut so gut!!!

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    • 11. April 2017 um 14:35
      Permalink

      Wie so oft, sind es die einfachen, kleinen Dinge die uns gut tun 🙂

      Antworten

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