Achtsamkeit… Was heißt das eigentlich? Woher kommt dieser Begriff? Was bewirkt Achtsamkeit? Wenn ich Achtsamkeit praktiziere, muss ich dann in Dauermeditation leben, mich nie mehr ärgern und alles immer in Freude, Glück und Liebe er-leben? …

Seitdem ich auf dieses Thema gestoßen bin lässt es mich nicht mehr los. Wer meinen Blog schon durchforstet hat, wird wissen das ich über dieses Thema bei einem Kongress „gestolpert“ bin und es mir geholfen hat, meine Augen für Dinge zu öffnen, die mir bis dahin nicht so klar waren… Für mich persönlich hat sich durch diese Veränderung der Wahrnehmung einiges verändert – das muss nicht bei jedem so sein, aber ich möchte euch gern meine Sicht der Dinge vermitteln und wer weiß… vielleicht ist für den ein oder anderen auch eine wertvolle Erkenntnis dabei.

Am Anfang allerdings dachte ich, ich müsste jetzt jeden Tag stundenlang  meditieren, mich in Geduld üben, immer liebevoll zu mir und allen anderen sein und sozusagen den Weltfrieden mit mir rumtragen. Das war irgendwie ziemlich anstrengend mit der Zeit und anstatt ruhiger zu werden, wurde es immer lauter in mir drin und ich fühlte mich einfach nur unter Druck gesetzt und gestresst. Ich bin dann an den Punkt gekommen, an dem ich begriffen habe was Achtsamkeit letztlich bedeutet, nicht nur im theoretischen Sinn – sondern gerade auch für mich selbst. Und weil das Thema sehr umfangreich ist, habe ich mich entschieden den Artikel sozusagen aufzuteilen. Los geht es mit Definitionen/Herkunft und wissenschaftlichen Erkenntnissen…

Achtsamkeit als Begriffserklärung:

Achtsamkeit (engl. mindfulness) kann als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseins­zustand verstanden werden, als spezielle Persönlichkeitseigenschaft, sowie als Methode zur Verminderung von Leiden (im weitesten Sinne). Historisch betrachtet ist „Achtsamkeit“ vor allem in der buddhistischen Lehre und Meditations­praxis zu finden. Im westlichen Kulturkreis ist das Üben von „Achtsamkeit“ insbesondere durch den Einsatz im Rahmen verschiedener Psychotherapie­methoden bekannt geworden. Der Begriff Achtsamkeit wird außerdem im Rahmen der Care-Ethik für eine Praxis der Zuwendung verwendet. 

(Quelle: Wikipedia)

In der westlichen Kultur ist die Achtsamkeitspraxis noch nicht ganz so stark vertreten, wie z.B. in buddhistischen Gebieten. Auch passiert es vielen, dass sie Achtsamkeit nicht als das ansehen, was sie eigentlich sein soll… In erster Linie eine geistige Bewusstseinsqualität der den Körper, den Geist, die Seele beobachtet. Dabei aber nicht beurteilt, sondern einfach nur wahrnimmt.

Durch eine wertfreie Wahrnehmung sind wir in der Lage das Gefühl in uns anzunehmen. „Ich spüre Angst in meinem Brustbereich“ . Nicht als etwas schlechtes oder gutes, sondern einfach als das was sie ist. Dann habe ich die Chance die Angst die in mir sitzt umzuwandeln, vielleicht sogar aufzulösen, oder tiefer liegende Gedanken und Emotionen zu erkennen die diese Angst auslösen und sie dadurch zu heilen.

Letztlich gibt uns die Achtsamkeitspraxis zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

Beruhigung und Stabilisierung des Geistes: Nicht mehr von Gedankenströmen „aufgefressen“ werden.

Sich psychisch-emotionalen Belastungen, Stress-Situationen und widrigen Lebensumständen besser gewachsen fühlen.

Mit sich selbst geduldiger sein und sich besser akzeptieren.

Weniger ängstlich, seltener deprimiert sein.

Impulskontrolle entwickeln: Nicht mehr so oft heftig aufbrausend sein.

Negative Emotionen in sinnvolle Kanäle lenken.

Freundlich aber bestimmt Grenzen setzen

(Quelle: www.dfme-achtsamkeit.de)

Dies erfordert einige Übung und setzt auch eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis voraus. Im Buddhismus findet sie ihre Anfänge in der zweieinhalb tausend alten Lehre des ‚Satipatthana-Sutra‘. Der Medizinprofessor Jon Kabat Zinn entdeckte ihre ganzheitliche Wirkung auf den Körper und entwickelte 1979 für den Westen die MBSR Therapie (Mindfulness-Based-Stress-Reduction = achtsame Stressreduktion). Seine Definition von Achtsamkeit lautet (wikipedia.de) wie folg:

Demnach ist Achtsamkeit eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit, die

  • absichtsvoll ist,

  • sich auf den gegenwärtigen Moment bezieht (statt auf die Vergangenheit oder die Zukunft), und

  • nicht wertend ist.

Im Laufe der Zeit haben immer mehr Menschen die positiven Auswirkungen der Achtsamkeitspraxis erkannt. Auch in medizinischen Untersuchungen und Studien wurde immer mehr erforscht und erkannt welch positive Wirkung die Achtsamkeitspraxis auf den menschlichen Körper hat. So schrumpft zum Beispiel der Mandelkern im Gehirn – hier sitzt unsere Angst, oder der Hippocampus wächst – dieser ist für die Gedächtnisfunktion zuständig. Die Gehirnsubstanz die unsere Aufmerksamkeit steuert wächst und die grauen Zellen im orbitofrontalen Bereich vermehren sich.  Diese Region ist für die Situationsbewertung und emotionale Reaktion zuständig.

Bildergebnis für orbitofrontaler kortex

Der orbitofrontale Bereich; Bildquelle: sicotests.com

Außerdem verringern sich die Stresshormone im Blut und das Immunsystem wird gestärkt.

Mittlerweile wird die MBSR Therapie auch von immer mehr Krankenkassen befürwortet und unterstützt. Auch Menschen mit verschiedene Erkrankungen (Essstörungen, chronische Schmerzen, Krebs, psychische Erkrankungen) können durch die Achtsamkeitspraxis unterstützend begleitet werden und so zu einer besseren/schnelleren Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes verhelfen. Hier stellt sich auch für mich die Frage, welche prophylaktische Wirkung diese Form der „Therapie“ haben könnte…

Soviel erstmal von meiner Seite – zur Begriffserklärung, zum Hintergrund und der Herkunft. Ich hoffe ich konnte dir beim lesen einen kleinen Einblick darüber geben. Sicherlich kann man noch viel mehr darüber lesen und schreiben – aber überladen möchte ich auch niemanden und das sind die für mich wichtigsten Informationen (zum Einstieg sozusagen 😉 ) In den folgenden Artikeln möchte ich gern darüber schreiben, wie ich die Achtsamkeit in meinen Alltag umsetze, welche Praktiken es überhaupt gibt und was das Thema für mich in der Erziehung bzw. in der Beziehung zu mir und meiner Familie bedeutet.

Falls du Anregungen oder Fragen hast schreibe mir gerne! Und ich freue mich über jeden „like“ und geteilten Beitrag ♥ 🙂

Deine Maria

Quellen: wikipedia.de; dfme-achtsamkeit.de; arbor-seminare.de; planet-wissen.de

 

Achtsam mit mir und dir? Teil 1 – Was soll das heißen?

2 Gedanken zu „Achtsam mit mir und dir? Teil 1 – Was soll das heißen?

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: